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Come to Finland
Publishing Ab Oy
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FINLAND

 

© Come to Finland
Publishing Ab Oy 2017

 

Auftrag: Plakatjäger

Wie findet man hunderte von finnischen Reiseplakaten? Magnus London weiß, wie es geht, er hat mit Hilfe des Computers auf der ganzen Welt Plakate gefunden.

Die Leidenschaft für finnische Reiseplakate erfasste den Journalisten und Schriftsteller Magnus Londen vor vielen Jahren.

"Wie so vieles im Leben entstand das Come-to-Finland-Projekt durch einen Zufall. Als Helsinki im Jahr 2000 europäische Kulturhauptstadt war, sah ich ein ganz wunderbares Plakat und spielte mit dem Gedanken, finnische Reiseplakate in einem Buch zu sammeln."

Finnischer Stolz

Was ist denn das Besondere an Reiseplakaten? Dazu muss man den historischen Hintergrund verstehen. Jahrzehntelang haben sich finnische Reiseunternehmen, Städte und Ferienorte ganz auf das Plakat als Werbemittel verlassen. Man sieht das Engangement in jedem einzelnen Plakat. Begriffe wie ”Off the beaten Track” (Jenseits der ausgetretenen Pfade) und der Titel des Buchs ”Come to Finland” (Auf nach Finnland) haben ihren Ursprung in Slogans der frühen Plakatkunst.

Londen betont, dass es sich tatsächlich um einen finnischen Kulturschatz handele, und die Finnen hätten allen Grund, darauf stolz zu sein.

”Wenn man die alten finnischen Reiseplakate mit ausländischen Plakaten vergleicht, wird die finnische Leidenschaft für grafische Gestaltung offensichtlich.”

Die Jagd nach den verschwundenen Plakaten

Die Jahre vergingen und die Bedeutung der Plakate nahm ab. Wir so vieles andere, was ”unmodern” geworden war, landeten die Plakate in Archiven, Kellern und bei einzelnden Sammlern und Museen. Leider war auch der Papierkorb ein beliebter Archivierungsort. Interessanterweise wurden die finnischen Reiseplakate nicht nur in Finnland wiedergefunden, sondern zum großen Teil im Ausland. Die Projektgruppe hat in Museen, Archiven und bei Sammlern überall auf der Welt Material gefunden.

"Wir waren so naiv und glaubten, die meisten Plakate wären ordentlich und sauber irgendwo archiviert, zum Beispiel im Nationalmuseum in Hesinki, aber so war es nicht. Einige haben wir dort gefunden, aber die richtigen Goldschätze habe wir an ganz unerwarteten Stellen gehoben", erklärt Londen lachend und fährt fort:

"Zum Beispiel in der National Library of Congress in Washington haben wir einige Raritäten gefunden. Ein Sammler in San Francisco hatte ebenfalls welche, und in Trondheim in Norwegen fanden wir einen wirklichen Finnlandfreund mit einer imponierenden Sammlung."

Mit dem Internet um die Welt

Magnus Londen stellt schlicht und einfach fest, dass ein Projekt dieses Umfangs ohne das Internet undenkbar wäre.

"Der Gedanke, um die Welt zu reisen und Material zu sammeln, ist vielleicht verlockend, aber er bleibt leider ein Wunschtraum. Mit Hilfe von E-Mail und dem Internet kann man auch mit einem bescheidenen Budget Material finden und Kontakt zu Sammlern aufnehmen."

Aber das Internet ist nur ein Werkzeug, die Arbeit muss man selbst machen. Man kann ohne weiteres sagen, dass das Sammeln des Materials 80 Prozent der Zeit in Anspruch nimmt.

Außerdem hat Londen und die Projektgruppe eine alte Wahrheit bestätigt bekommen: der persönliche Kontakt ist entscheidend.

”Bei so einer Arbeit gibt es keine Abkürzungen. Wenn man einem Museum eine Mail schreibt oder dort anruft, ist man anonym, und die Person, mit der man spricht, ist oft erst einmal skeptisch. Erst wenn man die Person persönlich trifft, steckt unsere Begeisterung an. Unsere eifrigsten Helfer waren oft Leute, die zunächst völlig uninteressiert waren. Meistens weil sie so gestresst sind. Man muss den Fuß zwischen die Tür bekommen."

Was treibt einen an?

Schließlich, was ist die Triebkraft hinter einem so großen Projekt, das heute eine Aktiengesellschaft mit einigen Angestellten ist? Investoren anzulocken, das gleiche Projekt auch in Schweden zu etablieren? Kann man damit viel Geld verdienen?

Die eigentliche Triebkraft, sagt Londen, ist die Vision, der Welt einen finnischen Kulturschatz präsentieren zu können, der verloren zu gehen drohte – und dabei ständig in dem Grenzland zu arbeiten, wo Kultur und Business zusammentreffen.

"Jedes Plakat ist die künstlerische Umsetzung eines Ortes, einer Jahreszeit oder eines Themas in Finnland. Die Künstler haben lange über ihre Aufgabe nachgedacht, er oder sie haben unterschiedliche Perspektiven eingenommen, Stärken und Schwächen der Lockrufe des Landes im Norden abgewogen. Konkreter lässt sich Leidenschaft nicht ausdrücken!", analysiert Londen.

Alles gefunden?

Und heute, mehr zehn Jahre nachdem Londen dieses erste Plakat entdeckt hat? Alles gefunden?

”Das haben wir gedacht ... schon ganz oft. Aber dann taucht doch wieder ein neues auf. Wir haben bestimmt 99 Prozent gefunden. Aber wir werden es nicht bis zu hundert Prozent schaffen. Das ist mir jetzt klar”, sagt Londen lachend.

Und das Traumplakat, welches ist das?

”Mein größter Wunsch ist, Jorma Suhonens verschollene Hogland-Plakate zu finden, die er Ende der 1930er Jahre entworfen hat. In diesen Plakaten kommt vieles zusammen, was ich liebe: Suhonens Glamour, das Geheimnisvolle an Hogland und die goldenden Tourismusjahre der finnischen Vorkriegsgeschichte.”